Longentraining

Die Arbeit mit der einfachen oder auch mit der Doppellonge ist eine sehr effektive und nützliche Hilfe beim Muskelaufbau bei Pferden und Reha-Patienten. Ziel dieses Trainings ist es, die Bewegungsabläufe des Pferdes zu verbessern und seine Oberlinie zu dehnen und das Pferd in eine losgelassene Dehnungshaltung nach vorwärts/abwärts zu bringen, damit die Muskulatur ihr Maximum an Elastizität erreichen kann. Hier bei soll das Pferd schwungvoll und taktrein vorwärts gehen.

Ein Pferd an der Longe nur "dahinlaufen" zu lassen bringt keinen Erfolg sondern birgt eher Verletzungsgefahren für Pferd und Reiter. Ein schnelles Herumrennen im Kreis bewirkt nur einen Verschleiß der Gelenke sowie eine Kontraktion der langen Rückenmuskeln.

Montellano an der Longe
Schöne Dehnungshaltung ohne Ausbinder an der Longer

Auch muss das Longentraining dem Pferd angepasst werden, für akute "Beinpatienten" kommt ein 9 Meter Zirkel nicht in Frage und auch ein 20 Meter Zirkel muss sogfältig geprüft werden, da die Kreisbewegung und die dadurch entstehenden Zentrifugal- und Scherkräfte schnell zu Überbeanspruchung führen kann. Für solche Patienten gibt es die Alternative der Handarbeit von der man nach einiger Zeit zum longieren übergehen kann.

Friesenhengst Pieter
Friesenhengst in Dehnungshaltung ohne Ausbinder

Auch bei "Rückenpatienten" muss geschaut werden, ob ein Longentraining machbar ist. Pferde die immer wieder vor Anspannung "in die Luft" gehen ziehen sich so noch mehr Verspannungen zu und sollten ebenso wie die Beinpatienten erst an der Hand vorbereitet werden.

Rehapatienten die aufgrund schmerzhafter Erfahrungen bzw. reittechnischen Fehlern körperlich und mental vorbelastet sind und kein Dehnungshaltung ein nehmen können, müssen sehr vorsichtig wieder an diese Trainingseinheit rangeführt werden. Hierbei muss jede noch so geringe Regung in Richtung vorwärts/abwärts belohnt werden.

Um das Longentraining effektiv zu gestallten sollten auch bei dieser Trainingsmethode Elemente der Dualaktivierung® und des Cavalettitrainings mit eingebaut werden. Während der Arbeit an der Longe sollte das Pferd immer im gleichmäßigen, ruhigen, jedoch nicht faulen Tempo gearbeitet werden. Nur so kann das Pferd seinen eigenen Takt finden. Ebenso sollte die Arbeitszeit auf maximal 30 Minuten begrenzt bleiben.