Muskelaufbau

Ob Dressur-, Springpferde oder Rehapatienten... Muskeln sind für alle Sportpferde ein sehr wichtiges Thema.

Beim Dressurpferd wünscht man sich eine kräftige Nierenpartie, welche eine gute Versammlungsfähigkeit gewährleistet und vor allem eine gut bemuskelte Kruppe, die genügend Last auf die Hinterhand aufnehmen kann.

Beim Springpferd erwünscht man sich eine kräftige Vorhand und einen guten Rücken, damit das Pferd die Landephase gut verarbeiten kann. Eine gut bemuskelte Hinterhand ist auch hier wichtig, damit der Galopp raumgreifend und elastisch ist, um somit einen guten Sprung ausführen zu können.

Saskia mit Cavalettis
Hannoverranerwallach in schöner Dehnungshaltung

Bei Rehapatienten erwünscht man sich ein schonendes Antrainieren mit möglichst guten und physiologisch richtigen Muskelwachstum. Aufgrund von Krankheiten etc., haben diese Pferde ihre Muskulatur bis auf ein Minimum abgebaut und es ist besonders wichtig diese schonend und ohne Verkrampfungen wieder aufzubauen, damit die Pferde nach der Reha-Maßnahme wieder am Leistungssport teilnehmen können.

Wichtig ist die Förderung und Neubildung der Tiefenmuskulatur, welche besonders für den Bereich der Pferdelunge positive Auswirkungen hat. Durch die Förderung und Neubildung der Tiefenmuskulatur des Vorderbrustbereiches und des Bauches wird unter anderem auch die Lunge besser gestützt und angehoben. Nur so ist die Lunge in der Lage ihr volles Volumen zu entfalten, was nicht nur Freizeitpferden besser bekommt, sondern besonders für Pferde im Leistungssport (Dressur, Springen, Rennen) wichtig ist.

Montellano Muskelaufbau
Muskelaufbau bei angewandter Dualreha innerhalb von 4 Monaten

Wichtig für alle Sportpferde ist die so genannte "quergestreifte Muskulatur". Dieser Muskel muss, um zu seiner vollen Kraftentfaltung kommen zu können, in der Lage sein, sich maximal zu entspannen, um sich daraufhin maximal wieder anspannen zu können. Nur somit erhalten Sie eine trainingsphysiologische Grundlage für ein losgelassenes im ruhigen Takt gehendes Pferd.

Ein durch physischen Stress (Turnier, Stallwechsel, Transport, Schrecksituationen etc.) belastetes Pferd wird nie zur effektiven Muskelarbeit kommen können, da eine permanent vorgespannte Muskulatur dem biologischen Muskelmechanismus nicht nachkommen kann. Die Pferde werden häufig kurzatmig und produzieren vermehrt Adrenalin, was häufig zur "Hektik" führt. Das Pferd reagiert dadurch bei der Arbeit mit Nervosität, wird hektischer und manchmal sogar unkontrollierbar. Durch die permanente Muskelanspannung erfolgt ein verzögerter Abtransport von Laktat aus den Muskeln, was zu einer Übersäuerung führt und als Folge hat das Pferd Muskelschmerzen und bekommt damit Angst vor der Arbeit, was häufig Widersetzlichkeiten hervorruft.

Der Sinn des Muskelaufbaus ist, dass das Pferd lernt seine Muskulatur bewusst einzusetzen und sich somit richtig zu bewegen. Das hat zur Folge dass sich die Muskulatur nicht mehr verkrampft. Eine verbesserte und physiologisch richtige Muskulatur hilft dem Pferd auch Stress zu bewältigen, da die trainierte Muskulatur das eingeschlossene Adrenalin besser abbaut und der Stoffwechsel besser arbeiten kann.